Wissenswertes über Öle

Öle zum Seifensieden Teil3

Kürbiskernöl  Cucurbita pepo

Kürbiskernöl wird aus den Samen des Öl-kürbis gewonnen, es ist dickflüssig, dunkelgrün und hat einen charakteristischen Eigengeruch. Reine Kürbiskernölseife ist mild und zeigt auch Schaum; profitiert sehr von langer Lagerung (drei Monate und mehr). Gute Haltbarkeit.

Kürbiskernöl dickt erstaunlich gut an, ist dunkelbraun, braucht etwas länger zum Trocknen, wird dann aber schön fest. Der Geruch des Öls kommt durch, wird in Laufe der Zeit allerdings schwächer.

Auch die Farbe verblast ganz langsam – von dunkel- zu hellbraun.  Alles in allem ein sehr empfehlenswertes Öl für alle, die der typische Eigengeruch des Kürbiskernöls nicht stört.

 

Haltbarkeit:  1Jahr

Inhaltsstoffe: Vitamin E, Chlorophyll

Verwendung: als Basis-öl bis ca. 50% oder zur Überfettung

Anteil an Unverseifbarem:  2 – 4%

 

Lorbeeröl  Laurus nobilis

Ein grünes, halbfestes Öl das unter anderem zur Hufpflege der Pferde verwendet wird – als Zusatz zu Seifen wird es schon über hundert Jahre verwendet, dem Öl wird eine positve Wirkung auf Haut und Haar. Dennoch ist es derzeit eine umstrittene Kosmetikzutat, da Lorbeeröl als allergieauslösend und hautreizend gilt. Lorbeeröl färbt die Seife hellgrün, unter Lichteinwirkung verblasst der Farbton leider im Lauf der Zeit.

 

Haltbarkeit:  1 bis 2 Jahre

Inhaltsstoffe: Vitamin E, etwas ätherisches Öl

Verwendung: traditionell zwischen 10 und 30%

Anteil an Unverseifbarem:

 

Leinöl 

Wird hauptsächlich zur Schmierseifenerzeugung verwendet, da es die Seife extrem weich macht. Nicht sehr haltbar.

 

Haltbarkeit:

Inhaltsstoffe:

Verwendung: bei Schmierseifen bis zu 100%, ansonsten analog zu Traubenkernöl – immer gut mit harten Fetten ausbalancieren

Anteil an Unverseifbarem:

 

Mafura Butter   (Trichilia Emetica)

Dieser aus Afrika stammende Rohstoff wird aus den Samen des Mafurabaums durch Kaltpressung gewonnen. Im Heimatland schon lange als wertvolle Zutat für Naturkosmetik, Seifen, aber auch für gewerbliche Anwendungen (Schmiermittel, Möbelpflege) verwendet, zeichnet sich die Mafura Butter besonders durch ihre heilenden, pflegenden und restruktrierenden Eigenschaften aus.

Sowohl als entzündungshemmend als auch anti-mikrobisch bekannt, handelt es sich um einen besonders wertvollen Rohstoff zur Hautpflege. Diese bei Zimmertemperatur tendenziell weiche Butter kann analog zu unraffinierter Sheabutter verwendet werden und wird speziell zur Pflege strapazierter, gereizter Haut empfohlen.

Pur oder vermischt mit ca. einem Drittel eines hochwertigen Pflanzenöls (Avocadoöl, Mandelöl usw.) direkt auf die Haut aufgetragen, sorgt Mafura Butter für nachhaltige Pflege, speziell bei trockener, rissiger Haut (Schrunden). In unseren Naturseifen unterstützt sie Festigkeit, Formbeständigkeit sowie Milde der Seifenstücke.

Haltbarkeit: 1 bis 2 Jahre, kühl und dunkel lagern

Inhaltsstoffe: Limonoide (gehören zu den sekundären Pflanzenstoffen), speziell Trichillin A

Verwendung: hauptsächlich zum Überfetten, in kleineren Mengen eventuell auch als Basisfett für luxuriösere Seifen und/oder Haarseifen…….Anteil an Unverseifbarem: 0,5 %

 

Maiskeim-öl   Zea Mays

Maiskeim-öl nehme ich eigentlich lieber für den Salat als für die Seife … Maisölseifen schäumen schlecht und sind in Wasser nur schwer löslich, das Öl sollte deshalb immer zusammen mit Fetten wie Kokosöl und Palmöl verseift werden. Ein zu hoher Anteil an Maiskeimöl gibt zu weiche Seife, die Haltbarkeit kann vermindert werden. Verfärbungen treten gelegentlich auf. Maiskeim-öl ist reich an essentiellen Fettsäuren, Mineralstoffen und Vitaminen, besonders Vitamin E, pflegend und für jeden Hauttyp geeignet … ebenso wie für jeden Salat :-). Soll auch für Schmierseifen gut geeignet sein, die aufgrund des dabei verwendeten KOH ohnehin leichter löslich sind.

Haltbarkeit: bis 18 Monate, unraffiniert 10 – 12 Monate

Inhaltsstoffe: Vitamin E

Verwendung: bis ca. 20 %

Anteil an Unverseifbarem: 1% – 2%

 

Mandelöl   Prunus Dulcis

Ein wunderbares Öl für die Haut, es wird schon seit dem Altertum für die Schönheitspflege verwendet. Sehr gut auch für Haut- oder Badeöle geeignet, es wirkt reizlindernd, pflegend und schützend und ist besonders für trockne Haut geeignet, die zu Rissen, Ekzemen und Schuppen neigt. Vorsicht bei bekannten Nussallergien. Zum Rückfetten der Seife oder in etwas größeren Mengen für luxuriösere Seifenstücke.

 

Haltbarkeit: bei kühler und dunkler Lagerung 6 – 12 Monate

Inhaltsstoffe: ca. 8 % gesättigte Fettsäure, 70 % Ölsäure, 22 % Linolensäure, weiters Glucoside, Mineralien, Vitamine A,B1, B2, B6, und Proteine

Verwendung: bis ungefähr 30 %

Anteil an Unverseifbarem: ca. 1,5 %

 

Maracuja-öl   Passiflora edulis

Dem aus Südamerika stammenden Öl werden entzündungshemmende und hautberuhigende Eigenschaften zugeschrieben. Es reagiert empfindlich auf schlechte Lagerbedingungen und starke Temperaturschwankungen. Maracujaöl gibt weiche Seifen, es sollte daher zusammen mit „harten“ Ölen verwendet werden.

 

Haltbarkeit:  bis zu 12 Monaten, kühl und dunkel lagern.

Inhaltsstoffe: Ascorbinsäure, Betacaroten, Kalcium, Flavonoide

Verwendung:  bis zu 20 % oder zur Überfettung

Anteil an Unverseifbarem:

 

Nachtkerzen-öl   Oenothera biennis

Wird in der Naturkosmetik besonders bei trockener, zu Ekzemen neigender Haut eingesetzt, sollte bei der Seifenherstellung nur in kleinen Mengen verwendet werden da es sehr weiche Seife gibt. Gutes Überfettungsöl. Da diesem Öl haarwuchsfördernde Eigenschaften zugeschrieben werden ist es auch ein empfehlenswerter Zusatz zu Shampooseifen. Generell soll es aktivierend und verjüngend wirken.

 

Haltbarkeit:  bis 6 Monate oder im Kühlschrank

Inhaltsstoffe: Gamma-Linolensäure (GLA)

Verwendung:  zur Überfettung

Anteil an Unverseifbarem:  bis 2,5 %

 

 

 

 

Olivenöl    Olea Europaea

Olivenwird schon seit Jahrhunderten wegen seiner heilenden, entzündungshemmenden Eigenschaften geschätzt. Es eignet sich auch gut für Kräuterauszüge (z.B. Ringelblume, Kamille, Johanniskraut). Olivenöl ergibt besonders milde Seifen mit kleinporigem, dichtem Schaum. Reine Olivenölseifen fühlen sich ein wenig „schlüpfrig“ an und neigen dazu, unter Einfluß von Feuchigkeit bzw. wenn sie zwischen ihren „Einsätzen“ nicht gut abtrocknen können, die Form zu verlieren. Nach längere Lagerung geben reine Olivenölseifen einen viel besseren Schaum und sind ausgiebiger. Trotzdem ziehe ich Kombinationen mit (ein wenig) Kokosfett und/oder  Kakaobutter vor, ein Schuß Rizinusöl ist auch gut dazu. Bienenwachs läßt eine Seife mit hohem Olivenölanteil zwar meiner Erfahrung nach schneller andicken, bringt aber sonst in dieser Kombination recht wenig.

Haltbarkeit: mind. 18 Monate

Inhaltsstoffe: Vitamin A, E, K, Lecithin, Flavonoide, Chlorophyll, Mineralstoffe

Verwendung: hervorragendes Basisöl bis 100 %

Anteil an Unverseifbarem:  0,6 bis 1,2 %

 

 

Palmöl   Elaeis Guineensis

ergibt eine milde Seife mit fester, glatter Konsistenz, dafür sorgt unter anderem der hohe Anteil gesättigter Fettsäuren. In entsprechender Menge verwendet, sorgt es dafür, dass die Seife rascher andickt.  Einziger Nachteil: es kommt halt von weit her … unraffiniertes Palmöl ist orange und bei Zimmertemperatur (18 – 20 °C) fest. Die orange Farbe kommt in der Seife schön durch, das in unraffiniertem Palmöl reichlich enthaltene Betacarotin ist für die Haut sehr gut. Erhältlich ist es in asiatischen Lebensmittelgeschäften und in Reformhäusern. Raffiniertes Palmfett wird in manchen Supermärkten als Frittierfett unter der Handelsbezeichnung „Cremana“ (250 g Packungen) angeboten. Lässt sich wunderbar mit den „weichen“ Pflanzenölen kombinieren und sorgt für eine Seife, die auch unter feuchten Bedingungen nicht so schnell die Form verliert und aufweicht. Reine Palmölseife ist schön, fest, haltbar- nur mit dem Schaum bin ich nicht ganz glücklich.

Haltbarkeit: mind. 18 Monate

Inhaltsstoffe:

Verwendung: bis 50 % und darüber

Anteil an Unverseifbarem:

 

Palmölersatz

In den letzten Jahren gab es immer wieder Fragen bezüglich des Ersatzes von Palmöl durch andere Öle/Fette. Das ist selbstverständlich problemlos möglich.

 

Grundsätzlich kommen für einen Austausch neben Olivenöl in beliebiger Menge alle harten Fette in Frage, insbesondere Kakaobutter, Kokosöl, Sheabutter sowie in situationselastischem Umfang auch Margarine.

 

Der ideale Ersatz hängt sehr stark vom Ausgangsrezept sowie auch von persönlichen Präferenzen hinsichtlich Schaumbildung und Festigkeit ab. Da Palmöl als klassisches Seifenfett hauptsächlich für Festigkeit und Stabilität des Schaums sorgt, können unter Verwendung des Seifenrechners zur Ermittlung entsprechend angepasster NaOH-Werte zum Beispiel folgende Varianten empfohlen werden:

 

bullet    1/3 Olivenöl, 2/3 Kakaobutter

bullet    1/3 Kokosöl, 1/3 Kakaobutter (oder Sheabutter), 1/3 Olivenöl

bullet    1/2 Kokosöl, 1/2 Raps- oder Olivenöl (aufgrund des höheren Kokosanteils nicht für empfindliche Haut)

bullet    Olivenöl. Diese Seifen werden bei zusätzlicher Milde ein vermindertes Schaumverhalten zeigen und profitieren besonders von einer um ca. zwei Wochen verlängerten Reife/Trockenperiode.

bullet    Kombinationen aus Margarine und Pflanzenbutterarten wie Shea, Kakao- oder Mangobutter, mit Zusätzen von Oliven- oder Rapsöl.

Wer die charakteristischen Qualitäten von Bienenwachs in seinen Naturseifen schätzt, dem kann zu einem Zusatz von 0,5 % zu obigen Mischungen geraten werden.

Möglich ist auch ein 1:1-Tausch gegen handelsübliche Margarine; auch in diesem Fall muss die NaOH-Menge neu berechnet werden.

 

Sollen größere Palmfettmengen ersetzt werden, sind eine der obigen bzw. analog dazu entworfene, eigene Mischungen allerdings empfehlenswerter, da es sonst, bedingt durch den höheren Wassergehalt sowie die schwankenden Zusammensetzungen der verschiedenen Margarinen, eventuell zu unliebsamen Überraschungen kommen kann, speziell was Pflegewirkung, Schaumverhalten und Festigkeit der Seifen betrifft.

 

Palmkernöl   Elaeis Guineensis

Ein gutes Basisöl für stabilen, reichhaltigen Schaum. Bedingt durch den höheren Oleingehalt ein wenig sanfter zur Haut als das von den Eigenschaften her ansonsten recht ähnliche Kokosöl. Palmkernöl gibt gute, feste Seifen – wenn auch nicht ganz so harte wie Kokosöl.  Reine Palmkernölseifen sind fest, hell und  schäumen ausgezeichnet (großblasig & üppig !).

 

Haltbarkeit: mind. 18 Monate

Inhaltsstoffe:

Verwendung: schaumförderndes Basisöl, bis 30 % und darüber

Anteil an Unverseifbarem:

 

Pflanzenmargarine

Pflanzenmargarine (mind. 80% Fettgehalt) eignet sich ebenfalls und macht die Seife hart – eine preiswerte Alternative zu Palmöl – und die den meisten Margarinen zugesetzten Vitamine können auch nicht schaden  ! 🙂 Macht allerdings, für sich allein genommen, keinen besonders schönen Schaum und ist nicht sonderlich hautpflegend, was frau ja leicht durch andere Öle ausgleichen kann. Besonders gut finde ich reine Sonnenblumenmargarine.

Haltbarkeit: bis zu 6 Monaten

Inhaltsstoffe: je nach Öl/Fettkombination, zugesetzte Vitamine

Verwendung: je nach Öl/Fettkombination bis 60 %

Anteil an Unverseifbarem: —

 

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